Lautstark gegen Circus Belly

Am 24. März demonstrierten wir mit rund 16 Tierrechtsaktivist_innen lautstark gegen den in Bremen-Osterholz gastierenden Zirkus Belly an der Ecke Hans-Bredow-Straße und Julius-Faucher-Straße. Bereits am 21.März gab es eine Kundgebung, weshalb die Zirkusmitarbeiter erneut aggressiv das Privatgrundstück verließen um die Protestler verbal zu attackieren und mit handgreiflichen Maßnahmen zu drohen.
Tierquälerei sei, laut Aussage des Belly Direktors Klaus Köhler, in seinem Zirkus Fehlanzeige. Und artgerecht, was sei schon artgerecht.
Bestimmt können es nicht die knapp 40qm Außengehege gewesen sein, in denen 3 Wildkatzen (Tiger und Löwen) den gesamten Tag über hausen müssen und der prallen Sonne ausgeliefert sind, von denen der Direktor Klaus Köhler da sprach. „Artgerecht“ sieht definitiv anders aus.
Ein Schild mit der Aufschrift: „Kein Wildtierverbot im Circus, Beschluss von Senatorin Jürgens Pieper (SPD)“ , wirkt da gar schon wie eine politische Ohrfeige gegen den Bremer Senat, dem es anscheinend an Durchsetzungsvermögen fehlt, denn schon im deutschen Tierschutzgesetz steht:

„Elfter Abschnitt – Durchführung des Gesetzes
§16
(1) Der Aufsicht durch die zuständige Behörde unterliegen
[…]
5. Einrichtungen und Betriebe,
a) die gewerbsmäßig Tiere transportieren,
b) in denen Tiere während des Transports ernährt, gepflegt oder untergebracht werden,
[…]
(3) Personen, die von der zuständigen Behörde beauftragt sind, sowie in ihrer Begleitung befindliche
Sachverständige der Europäischen Kommission und anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union
(Mitgliedstaaten) dürfen im Rahmen des Absatzes 2

1. Grundstücke, Geschäftsräume, Wirtschaftsgebäude und Transportmittel des Auskunftspflichtigen während
der Geschäfts- oder Betriebszeit betreten,
[…]
5. Verhaltensbeobachtungen an Tieren auch mittels Bild- oder Tonaufzeichnungen durchführen.

Der Auskunftspflichtige hat die mit der Überwachung beauftragten Personen zu unterstützen, ihnen auf Verlangen insbesondere die Grundstücke, Räume, Einrichtungen und Transportmittel zu bezeichnen, Räume, Behältnisse und Transportmittel zu öffnen, bei der Besichtigung und Untersuchung der einzelnen Tiere Hilfestellung zu leisten, die Tiere aus den Transportmitteln zu entladen und die geschäftlichen Unterlagen vorzulegen. Der Auskunftspflichtige hat auf Verlangen der zuständigen Behörde in Wohnräumen gehaltene Tiere vorzuführen, wenn der dringende Verdacht besteht, dass die Tiere nicht artgemäß oder verhaltensgerecht gehalten werden und ihnen dadurch erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden und eine Besichtigung der Tierhaltung in Wohnräumen nicht gestattet wird.“

Gestze sind halt scheinbar eben doch nicht Lösung der Probleme…

Wieso greift die Stadt Bremen also nicht durch, wo sie doch sonst jedes kleine Vergehen schon im Keim erstickt?

Die „Schnauze“ solle man halten und sich lieber Arbeit suchen, entgegnete Köhler den friedlich Demonstrierenden, welche lautstark einluden den „Circus Belly, den Zirkus, der rund 16 Paragraphen des deutschen Tierschutzgesetztes umgeht oder gar bricht“, zu besuchen um sich selbst ein Bild der „artgerechten Haltung“ zu machen. [Achtung, Ironie!]
Selbst als die Beamt_innen der Polizei vor Ort waren, konnte Köhler es nicht besser ausdrücken: „Denen trete Ich in den Allerwärtesten wenn die nochmal so laut sind und die Kinder zum Weinen bringen“. Tatsache war jedoch, dass die einzigen Kinder, die an diesem Tag weinten rund 30 Jahre plus waren und zudem dem Zirkus angehörten.

Fakt ist, wer den Circus Belly besucht, bekommt eine Vorstellung der Extraklasse gewährt: Ein Zirkus, der sich nicht zu fein ist auch mal seinen Ärger in der unmittelbaren Nähe von Kleinkindern kund zu tun;
Ein Zirkus, der es versteht wie man geltende Gesetze umgeht, Tiere ausbeutet und Menschen bedroht;
Ein Zirkus, der weiß, wie man seine Artisten zu Schlag-fertigen Argumenten bewegt und selbst die kleinsten schon an der Schikane teilhaben lässt.

Die Resonanz der Zuhörer_innen und vorbeifahrenden Menge war den Demonstrant_innen sehr positiv zugeneigt und viele Flyer wurden interessiert und zustimmend von Autofahrer_innen und Passant_innen entgegengenommen.
Letztlich dürfte selbst die eine oder andere Hupe mit hochgestrecktem Daumen als Pro für die Kundgebung den Zirkusleuten nicht entgangen sein.

BellyKundgebungMärz2012


2 Antworten auf „Lautstark gegen Circus Belly“


  1. 1 Für Zirkus 08. April 2012 um 12:34 Uhr

    Ihr seid Verbrecher!!!Irgendwann hauen wir Euch weg!!!

  2. 2 David 09. Mai 2012 um 19:29 Uhr

    Der like Button wuerde sich gut im Blog machen, oder ist er mir entgangen?

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